Belastungsklassen von Schachtabdeckungen erklärt
Die Belastungsklasse einer Schachtabdeckung gehört zu einem definierten Prüf- und Einbaurahmen. Wählen Sie eine Abdeckung anhand des Einbauorts, der vollständigen Baugruppe und der zugehörigen Nachweise aus; die Klassenzahl ist keine einfache Freigabe für ein bestimmtes Fahrzeuggewicht.
Bedeutung der Klassennummer
Die Normenreihe EN 124 verwendet unter anderem die Klassenbezeichnungen A 15, B 125, C 250, D 400, E 600 und F 900. Die Zahl bezeichnet eine in Kilonewton ausgedrückte Prüfkraft. Daraus darf nicht abgeleitet werden, dass jedes Fahrzeug mit einer entsprechenden Masse die Abdeckung befahren darf. Im realen Verkehr wirken Radanlage, Position und Bewegung ebenso wie der Zustand des Einbaus.
Geben Sie in einer Spezifikation die erforderliche Norm und Klasse in ihrer korrekten Form an und beschreiben Sie anschließend den vorgesehenen Einbauort. Vermeiden Sie Formulierungen wie für alle Lkw geeignet oder Vierzig-Tonnen-Abdeckung, sofern sie nicht eine eindeutige, projektspezifisch geprüfte Bedeutung haben. Solche Kurzangaben können den Unterschied zwischen einem Prüfergebnis und den Einsatzbedingungen verdecken. Eine Einkaufsliste sollte die Anforderung auf dem Weg vom Planer zum Lieferanten eindeutig wiedergeben, statt sich auf eine Umrechnung zu stützen, die den Prüfkontext verliert.
Normenreihe und Werkstoffbereich gemeinsam lesen
EN 124 umfasst einen allgemeinen Teil und werkstoffbezogene Teile. BSI beschreibt EN 124-5 für bestimmte Schachtabdeckungen und Aufsätze aus Verbundwerkstoff, die zusammen mit EN 124-1 angewendet wird. Der beschriebene Anwendungsbereich reicht von A 15 bis D 400. Höhere Klassen der gesamten Normenreihe fallen nicht automatisch unter diesen werkstoffbezogenen Teil. Für die Anwendbarkeit sind auch Herstellungsverfahren und Aufbau der Baugruppe maßgeblich.
Die Tabelle dient der kompakten Orientierung zu den Klassenbezeichnungen; sie ist weder eine Planungsfreigabe noch eine Aussage über NA-ME-Produkte. Der genaue Einbauort und die anwendbare Spezifikation bestimmen die Auswahl. Klären Sie bei Unsicherheit die Einstufung des Einbauorts mit dem verantwortlichen Planer, bevor Sie einen Lieferanten um Bestätigung eines Produkts bitten.
| Klasse | Bezeichnung der Prüfkraft | Allgemeiner Standortkontext |
|---|---|---|
| A 15 | 15 kN | Für Fußgänger und Radfahrer vorbehaltene Bereiche |
| B 125 | 125 kN | Fußgängerzonen und Parkkontexte |
| C 250 | 250 kN | Definierter Bereich an der Bordrinne |
| D 400 | 400 kN | Straßen und vergleichbare Fahrzeugbereiche |
| E 600 | 600 kN | Höhere Klasse innerhalb der umfassenderen Reihe; zutreffenden Werkstoffbereich prüfen |
| F 900 | 900 kN | Höhere Klasse innerhalb der umfassenderen Reihe; zutreffenden Werkstoffbereich prüfen |
Verkehr über den Normalbetrieb hinaus beschreiben
Erfassen Sie die geplante Nutzung und gelegentliche Zufahrten. Ein gestalteter Fußweg kann normalerweise nur von Fußgängern genutzt werden, gelegentlich aber von Wartungsfahrzeugen befahren werden. Auf einem Parkplatz können Lieferfahrzeuge verkehren. Notzufahrt, Abbiegen und Ladevorgänge können die Anforderungen an eine bestimmte Abdeckung verändern. Nehmen Sie diese Szenarien in die Projektvorgaben auf, statt vom Lieferanten zu erwarten, dass er sie aus einer allgemeinen Standortbezeichnung ableitet.
Bei ungewöhnlichen Geräten sind dem Planer die maßgeblichen Lastangaben und das Betriebsmuster mitzuteilen. Eine konzentrierte Radlast, wiederholte Überfahrten oder eine Lage nahe am Rand können eine genauere Beurteilung erfordern. Dies gilt besonders, wenn die Projektbeschreibung ohne weitere Angaben Begriffe wie Gabelstapler, Maschinenanlage oder Betriebshof enthält. Die vorsorgliche Wahl einer höheren Klasse klärt nicht jede Frage: Baugruppe und Einbau müssen weiterhin aufeinander abgestimmt geprüft werden.
Abdeckung und Rahmen als Baugruppe prüfen
Eine Abdeckung wird von ihrem Rahmen getragen, und der Rahmen leitet die Last in die umgebende Konstruktion ein. Erfassen Sie Abdeckung, Rahmen, lichte Öffnung und Außenabmessungen gemeinsam. Prüfen Sie die Auflagerausbildung, die Rahmentiefe, Befestigungs- oder Rückhaltedetails und den Zustand des Schachtauflagers. Auch eine einwandfreie Abdeckung kann einen unzureichend gestützten Rahmen nicht ausgleichen.
Ersatzarbeiten erfordern besondere Sorgfalt. Kombinieren Sie einen nicht identifizierten Rahmen nicht allein deshalb mit einer neuen Abdeckung, weil sie zu passen scheint. Unterschiede bei Auflagerung, Sitz und Rückhaltung sind von oben möglicherweise nicht erkennbar. Fragen Sie, ob die vorgeschlagene Kombination aus Abdeckung und Rahmen tatsächlich der durch die verfügbaren Nachweise belegten Baugruppe entspricht. Ist der vorhandene Einbau beschädigt, klären Sie Ursache und Reparaturdetail vor der Auswahl des Ersatzes; andernfalls kann dasselbe lokale Problem auch nach dem Austausch bestehen bleiben.
Nachweise mit eindeutiger Produktzuordnung anfordern
Eine brauchbare technische Vorlage ordnet die geforderte Norm und Klasse dem genauen Produkt und der vollständigen Baugruppe zu. Der Prüfer muss die geprüfte oder bewertete Ausführung von einer ähnlich aussehenden Alternative unterscheiden können. Nennen Sie bei der Dokumentenanfrage die erforderlichen Abmessungen, die Konfiguration und alle projektspezifischen Leistungsanforderungen. Managementsystemzertifikate können die Lieferantenbewertung unterstützen, ersetzen aber keine fehlenden Nachweise zur Belastungsklasse der Abdeckung.
Prüfen Sie, ob Merkmale wie Verriegelung, Scharniere, Dichtungen oder eine andere Rahmenausführung Bestandteil der angebotenen Konfiguration sind. Behandeln Sie solche Änderungen nicht ohne Bestätigung als neutral. Trennen Sie außerdem Wasser- oder Geruchsschutz von der Belastungsklasse: Eine Abdeckung kann unabhängig von ihrer Klasse eine bestimmte Dichtungsausführung benötigen. Halten Sie offene Fragen in der Anfrage fest, statt eine allgemeine Katalogbeschreibung stillschweigend als Freigabe zu behandeln.
Eine eindeutige Abdeckungsanfrage erstellen
Verwenden Sie eine Zeile je Abdeckungstyp und geben Sie Einbauort, Menge, Öffnungsform, lichte Öffnung, Rahmenaußenmaß, Rahmentiefe und erforderliche Klasse an. Ergänzen Sie die Verkehrsbeschreibung und etwaige Anforderungen an Heben, Sicherung oder Abdichtung. Kennzeichnen Sie Neubau- und Ersatzmaßnahmen. So erhält der Lieferant genügend Kontext, um die passende Baugruppe zu bestimmen und weitere benötigte Angaben zu benennen.
NA-ME kann für ein Angebot zu einer Schachtabdeckung aus Verbundwerkstoff und für die zu prüfenden Unterlagen kontaktiert werden. Dieser Leitfaden behauptet keine EN-124-Konformität für das gesamte NA-ME-Sortiment. Die endgültige Auswahl muss dem gelieferten Produkt und dem Freigabeverfahren des Projekts zugeordnet werden. Bewahren Sie die vereinbarten Angaben zur Baugruppe auf, damit spätere Alternativen oder Ersatzbestellungen auf derselben Grundlage bewertet werden können.
